▪️ Bitte geben Sie Ihren Senf dazu!
▫️ Feine Sommerküche ✮ Ein leichtes Tomatensüppchen ✮ Meine Ministrone ✮ Anchoyade
▪️ Kleine Speisen für den Sommer im Garten, auf der Terrasse …
▫️ Mein Knoblauch-Zwiebel-Ciabatta mit Aïoli
▪️ Alles auf Salat - viele kleine Anregungen
▫️ Bitte recht freundlich! ACHTUNG: Kommunikation!
Bitte geben Sie Ihren Senf dazu!
Es gibt Verbindungen, die funktionieren nicht so einfach. Beispielsweise die zwischen Männer und Frauen: Schon Loriot wußte, daß sie einfach nicht zusammenpassen. Wir kommen später nochmal darauf zurück.
Ähnliches gilt für Öl und Milch. Beides kann man auch nicht so ohne weiteres zusammenbringen, in der Fachsprache „emulgieren“. Warum nicht? Nun, sagt meine KI, Milch bestehe hauptsächlich aus Wasser, sei also polar, während Öl unpolar sei, was die natürliche Trennung dieser beiden Komponenten zur Folge habe. Deshalb brauche es einen „starken Emulgator“ für dauerhafte Verbindung zu einer cremigen Mayonnaise.
Jetzt also weiß ich, warum die Herstellung von Aïoli bei mir immer ein Versuch mit ungewissem Ausgang ist! Aïoli ist auch ein Gemisch aus Öl und Milch. Senf spielt die Schlüsselrolle als Emulgator. Gewürze wie Salz und Knoblauch, Zitrone oder Pfeffer kommen dazu, sind aber nur für den Geschmack wichtig, nicht fürs Emulgieren.
Vermutlich muß das Mischungsverhältnis stimmen und es braucht die richtige Milch ( mindestens 3,5,% Fett) und das richtige Öl (ein mildes, bloß kein fruchtiges, leichtes aus Trauben, Walnüssen oder Oliven gar …) Und natürlich muß die Senfmenge ausreichen! Außerdem sollen alle Zutaten die gleiche Temperatur haben. Kalte Milch ins warme Öl - da geht keiner eine Verbindung ein! Wo kämen wir denn da hin …
Folgt man einem der unzähligen Rezepte, so ist alles ganz einfach: Man gibt grob gehackten Knoblauch in ein hohes Gefäß, bestreut ihn mit Salz, gibt ausreichend (!) Senf dazu, bedeckt alles mit (geeignetem) Öl und püriert mit dem Stabmixer, auf hoher Geschwindigkeit und ausdauernd. Bis die Nachbarn klingeln und fragen, wann wir mit der Kreissäge aufhörten, der Lärm sei unerträglich …
Dann fügt man tropfenweise (warme, fette) Milch hinzu - und hofft, daß die Mischung blitzartig emulgiert. Wenn nicht - was in etwa 20 Prozent aller Versuche passiert - gibt es eine flüssige Öl-Milch-Mischung, die nicht so recht appetitanregend ist, weder im Geschmack noch im Aussehen.
Viele Rezepte gehen umgekehrt vor, da wird erst eine Mischung aus Senf, Knoblauch, Milch und Salz hergestellt und das Öl tropfenweise zugefügt. Klappt in 80 Prozent der Fälle …
Es hilft wenig, mit genauen Mengen zu arbeiten. Die Emulsion ist launisch wie eine Diva! Und die Rezepte ungefähr so vielfältig wie die Fehlversuche. 80:20, wie im richtigen Leben …
Aber man darf sich nicht entmutigen lassen! Irgendwann klappt es. Wie im richtigen Leben, da braucht es auch starke Emulgatoren, soll die Verbindung Männer und Frauen gelingen. Gewaltige Blumensträuße etwa. Oder eine Essenseinladung ins Sternerestaurant, eine Urlaubsreise, kleine oder größere Geschenke - oder einfach mal eine Liebeserklärung en passant … man muß halt seinen Senf dazugeben!!
G.S. 2026
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Leichte Tomatensuppe
Aromatische Tomaten, Zwiebeln, Knoblauch und Kräuter mit dem Stabmixer gut pürieren. Mit Rinds- und/oder Gemüsebouillon zur gewünschten Konsistenz auffüllen und 20 Minuten köcheln lassen. Würzen nach Geschmack mit Chili und Pfeffer, servieren mit frischen Kräutern, Croutons und Skyr.
Minestrone
In feine Streifen schneiden und leicht anbraten: Zwiebeln, Karotten, Zucchini, Paprika, Staudensellerie. Kidneybohnen oder Weiße Bohnen hinzufügen, mit Bouillon aufgießen und nach Geschmack würzen: Italienische Kräuter, Tomatenmark …
Anchoyade
Anchovisfilets abtropfen lassen. Petersilie blanchieren, Knoblauchzehen schälen, beides klein hacken und mit Olivenöl und etwas Zitronensaft gut mischen. Anchovisfilets darin eine Nacht marinieren.Paprikastreifen in heißem Olivenöl scharf anbraten, mit Zitronensaft beträufeln und kalt werden lassen. Oliven ohne Fett in einer Pfanne langsam anbraten, bis sie prall werden und duften. Kalt werden lassen.Auf einem Teller nebeneinander anrichten: Anchovisfilets mit etwas Petersilienpesto, Paprikastreifen, Eispalten, Tomatenachtel, Oliven, Kapernäpfel. Dazu servieren: Balsamico, Olivenöl, Baguette.
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Kleine Speisen für den Sommer im Garten, auf der Terrasse …
✴︎ Getoastetes Brot, garniert mit Mozzarella-Scheibchen, einige Kapern, Anchovis
✶ Wassermelonen-Würfel mit Kräutersalz, Fetawürfel, Olivenöl und Basilikumblättchen - alles gut gekühlt!
✴︎ Spießchen mit würzig mariniertem, gegrilltem Hühner-oder Putenbrustfilet mit Ananas und Paprika
✶ Guacamole - Zerdrückte Avocado mit Tomate, Limone, Knoblauch, Skyr und Gewürzen
✴︎ Ziegenkäsetaler, gebacken, auf Frisée-Salat mit Himbeerdressing
✶ Vichysoisse - Kartoffel-Lauch-Sahne-Suppe, gut gekühlt
✴︎ Gemüse - Karotten, Gurken, Radieschen, Stangensellerie … mit Aïoli oder Quark-Dip
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Mein Knoblauch-Zwiebel-Ciabatta mit Aïoli
Ciabatta
300 g Roggenvollkornmehl + 300 g Weizenmehl
1 TL Zucker, 2 TL Salz,1 ½ Würfel frische Hefe,
2 EL Balsamico weiß, Sherry, etwas Honig in lauwarmem Wasser vermischen
Klein geschnittene Zwiebel, Knoblauch und Petersilie mit Olivenöl dünsten.
Gehackte Walnüsse,Peperoni, klein geschnitten,Pfeffer aus der Mühle,60 g geriebener Parmesan
☞ ☞ ☞ Ofen auf 230 Grad vorheizen. Mit Ober- und Unterhitze bei 180 bis 200 Grad etwa 50 Minuten backen. Stäbchenprobe nach 40 Minuten.
Mehl und Salz mischen. Mit Hefe, Zucker und lauwarmem Wasser einen Vorteig machen, 15 Minuten gehen lassen. Die restlichen festen Zutaten hinzufügen. Unter ständigem Rühren die Flüssigkeit langsam hinzugeben bis zur gewünschten Konsistenz. Zugedeckt gehen lassen, bis der Teig die doppelte Höhe erreicht hat. - Ein Backblech mit Mehl bestäuben, Teig zu zwei bis drei kleinen Broten formen. Mit Mehl und Wasser bestreichen. Backen.
Aïoli: Alle Zutaten gleiche Temperatur!
Drei große Knoblauchzehen, Salz und ein TL Dijon-Senf in den Pürierstab-Becher geben.
Mit Rapsöl auffüllen, bis die Zehen gut bedeckt sind. Gründlich pürieren. TROPFENWEISE etwas Milch (3,5%) hinzugeben, weiter mixen. Würzen nach Geschmack, z.B. mit Zitrone, Chili, Pfeffer …
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Bitte recht freundlich!*
Ein Lächeln, habe ich einmal gelesen, sei die schnellste Verbindung von Mensch zu Mensch. Was aber, wenn der Gegenüber keine Brücke bauen will?
So wie heute morgen, als ich mein Auto zwecks Inspektion in der Werkstatt abgeben wollte. Der Kunde vor mir, ein aufgeregter, elegant gekleideter, recht übergewichtiger Herr mittleren Alters, dachte überhaupt nicht daran zu lächeln. Unter ziemlichem Schnaufen schimpfte er über die Marke seines fahrbaren Untersatzes im allgemeinen und über die wahnwitzige Elektronik im besonderen. Unerklärliche Maßnahmen des Fahrassistenten würden ihm das Leben zur Hölle machen, die Sitze seien zu hart und der Kofferraum zu klein. Und im übrigen habe sich seine Frau beim Einsteigen bereits dreimal den Kopf gestoßen. Im Vergleich zum Vorgänger-Modell sei dies hier ein Witz, eine Fehlkonstruktion. All diese Ungeheuerlichkeiten spuckte er der immer noch freundlich lächelnden Mitarbeiterin in der Fahrzeug-Annahme, der Auszubildenden Lisa Müller im dritten Lehrjahr, quasi vor die Füße. Und er rang nach Worten, als nach den Fehlermeldungen für den Reparatur-Auftrag gefragt wurde. So genau könne man das jetzt auch nicht sagen. Aha!
Rückblickend wäre festzuhalten, daß sich so mancher Zeitgenosse das Leben selbst recht schwer macht. Und damit natürlich auch seinen Mitmenschen. Zum einen könnte man - ganz sachlich - die Frage zuerst einmal an sich selbst stellen, weshalb da etwas nicht funktioniert. Zum anderen wäre es im geschilderten Fall möglich zuzugeben, die Betriebsanleitung nicht richtig verstanden zu haben. Gleichviel: Dampf abzulassen, schlechte Laune zu verbreiten, hat der Sache nachweislich nicht geholfen und zur Aufklärung beigetragen.
Mein Fazit: Selbst für eine gute Atmosphäre zu sorgen. Ein freundliches Guten Morgen für den Busfahrer beim Einsteigen. Den Daumen hoch beim Paketboten, der heute wieder 180 Kunden anfährt. Ein anerkennendes Wort für die Bäckersfrau inmitten lästiger Wespen, die die Plunderstücke umschwirren. Oder ganz einfach - ein Lächeln eben.
p.s. Bitte recht freundlich nannte sich auch eine Fernsehshow (1956/ 57) mit Peter Frankenfeld
