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Unsere heutige Ausgabe ist den Rätseln gewidmet. Keine Sorge - sie lassen sich alle lösen. Zu finden in der KreativWerkstatt.

 

Hier lesen Sie:

🔺 Von rätselhaften Beobachtungen

🔺 Eine Buchbesprechung zu einem überaus interessanten Buch, das sich gleichfalls mit Beobachtungen beschäftigt.

🔺 Eine kleine Zeitreise durch die digitale Wunderwelt

🔺 Einfache und gerade deshalb wunderbare Rezepte für Gourmets

🔺 Ein wundervoller Reisetip Vorarlberg

🔺 Schöne Bilder aus Immenstaad und der Regio

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Rätselhafte Beobachtungen …

… nennt man umgangssprachlich auch „Wunder“. Es sind erstaunliche Ereignisse, die man sich nicht erklären kann und die mit den Naturgesetzen unvereinbar zu sein scheinen. Allerdings - mit den Naturgesetzen ist das so eine Sache: Sie waren noch im Mittelalter unbekannt und ändern sich seit Descartes und Newton fortlaufend mit dem Stand der Forschung. Manche bezweifeln auch die „Gesetzmäßigkeit“ der Phänomene, halten sie nur für eine „beobachtete Regelmäßigkeit“. 

So oder so: Es gibt noch viel zu entdecken. Wundern wir uns also nicht über, sagen wir mal, die Erkenntnisse der Quantentheorie, die präzise Vorhersage durch Wahrscheinlichkeit ersetzt, oder die bisher wenig erforschten Naturgesetze der Atomkerne.

Zurück zum Wunder im allgemeinen: Das Erstaunlichste an Wundern ist, daß es sie immer wieder gibt. Deshalb wohl weniger erstaunlich, daß - laut Allensbach - jeder zweite Deutsche an Wunder glaubt. Frauen mehr als Männer, was bei näherer Betrachtung nicht verwunderlich ist. 

„Sei klug und halte dich an Wunder …“ heißt es in dem Gedicht „Rezept“ von Mascha Kaléko, die rät, allzu präzise Pläne über Bord zu werfen - meist macht einem das Leben nämlich einen Strich durch die ganz persönliche Lebensplanung.

Als eine Art Anleitung gegen das Verzagen kann man die letzten Verse ihres Gedichts verstehen:

„Jage die Ängste fort - Und die Angst vor den Ängsten.“

Manchmal muß man vermutlich loslassen und auf Wunder vertrauen.

Gerdi Scherer 

Für meine Oma war es immer ein kleines Wunder - die blühende Kamelie
Für meine Oma war es immer ein kleines Wunder - die blühende Kamelie

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📗 Eine besondere Leseempfehlung 📗

Italo Calvino: Herr Palomar

Verlag Fischer 2018

In 27 kleinen Geschichten versucht Italo Calvino, uns einen Menschen näher zu bringen, den nur eines umtreibt: den Fragen des Lebens auf den Grund zu gehen: „Niemand betrachtet den Mond am Nachmittag, und dabei hätte er um diese Zeit unsere Aufmerksamkeit am dringendsten nötig, da seine Existenz noch in Frage steht.“ Genau das ist es, was ich lesen will. Felsenfest stehende Tatsachen, und doch ein winziger Funke Unsicherheit. Was wäre, wenn sich Selene bereits von uns verabschiedet hat? Wenn sie gar nicht daran dächte, uns ihre Entscheidung des Nichterscheinens zukommen zu lassen? Herr Palomar beobachtet die Dinge in seinem Umfeld mit höchster Präzision. Wie etwa ein Fotograf, der mit der größtmöglichen Zeitlupe Werden und Vergehen eines Wesens zu dokumentieren versucht. Dabei ist  aber gänzlich im Unklaren, wie sich die Dinge hinter den Dingen verhalten, welchen Einfluß sie korrespondierend nehmen und ob ihnen mit präzisen Beschreibungen eine unumstößliche Wertigkeit zuzuschreiben wäre. Kurz und gut: unser Protagonist hat der Oberflächlichkeit, der Gleichgültigkeit gegenüber dem Besonderen den Kampf angesagt.

Und so betrachtet Herr Palomar nicht nur denn Mond am Nachmittag, sondern er versucht, eine Welle zu lesen. Er reiht sich in die wartende Schlange in einem Pariser Käseladen ein, betrachtet von seinem Garten aus die Sterne und sinniert über die Ordnung der Schuppentiere. 

Vielleicht, vermute ich, würde Herr Palomar sein unnachgiebig konsequentes Vorgehen beim Betrachten der Dinge mit dem Schälen einer Zwiebel vergleichen. Aber nein, nicht ganz: das wäre ja ein endliches Werk.

Auf denn: Begleiten Sie unseren emsigen Römer auf seiner Suche! Die gerade einmal 127 Seiten werden Ihnen bis zur letzten gefallen.

Rolf Scherer

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Eine kleine Zeitreise* (Digitale Wunderwelten)

Wenn ich zurückblicke, ist es gerade mal gute 50 Jahre her, daß ich auf meiner mechanischen Schreibmaschine OLYMPIA die Tipfehler mit TIP-EX korrigierte. Das ging so: ein falsches Wort getippt, das Papier mit der Walze hochgedreht, das TIP-EX Fläschchen geschüttelt, geöffnet, mit dem Pinsel den Fehler mit weißer Farbe überstrichen, kurz gewartet, bis die Farbe getrocknet und das gelöschte Wort überschrieben werden konnte. Fertig. 

🌐 Schon wenig später kam die elektrische Schreibmaschine mit separatem Korrigierband auf den Markt. Das war schon eine echte Erleichterung, doch auch sie hatte nur eine sehr kurze Favoritenrolle.

🌐 Nun zur Musik: Mein GRUNDIG TK ?, eine richtig schwere Kiste, verwandelte sich über Nacht in einen Walkman von SONY, der in die Hosentasche paßte, mit Musikübertragung via Knopf-im-Ohr. Wir sammelten Kassetten von den Rolling Stones, Bob Dylan und Pete Seeger. Kofferweise. Wer hatte da noch einen Plattenspieler mit Nadel und Vinylplatten im 33er oder 45er Format? Die Songs gab es im Supermarkt, im Drogeriefachhandel, an Tankstellen.

🌐 Schon waren auch Schreibmaschinen passé und verschwanden vom Markt. Geschrieben wurde jetzt auf dem Computer, gespeichert auf 3,5 Zoll-Diskette oder Floppy Disk mit mehreren tausend Kilobyte. Die Fortschrittlicheren hatten bald ein integriertes Rechenprogramm im Schreib-Software-Paket. Die Bildschirme waren noch recht klein, schwarzweiß. Der NeunNadelDrucker neben meinem Commodore machten einen höllischen Lärm, und er brauchte ca. neun Minuten für eine eng beschriebene DIN A4 Seite.

🌐 Auch die Kommunikation veränderte sich rasant. Wo man früher an Telefonzellen anstand oder bis zu einem Jahr auf einen Festnetzanschluß wartete, hatte man es plötzlich leicht. Mobilfunk machte die Erreichbarkeit ab den 90er Jahren fast überall und zu jeder Zeit möglich und begann, das Leben entscheidend zu verändern. Die ersten Handys wogen ein gutes Pfund, aber auch das änderte sich schnell. Telefonie wurde zu einem kleineren Teil des Datenflusses, der mittlerweile weltweit unterwegs war.

🌐 Heute (März 2022) leben wir mit der Künstlichen Intelligenz. Wir gehen mit unserem Smart Phone ins Internet, können uns an weltumspannenden Sozialen Netzwerken beteiligen, Messenger-Dienste nutzen. Wir zahlen im Supermarkt mit dem Handy und lesen die „Zeitung“ auf dem Tablet. Nicht nur bei Bankgeschäften und beim Autokauf helfen uns Apps. Den Kühlschrank können wir digital verwalten und jeden Tag eine Milliarde Fotos rund um den Erdball schicken. Die Wetter-App warnt vor Sturm in 14 Tagen, während das Ernährungsprogramm leichte, nitratarme Kost empfiehlt. Beim Wandern,  Auto- und Fahrradfahren liefert der kleine digitale Tausendsassa Karten und Streckenhinweise, hat jede Menge Musik im Speicher, notiert Termine auch via Sprachübertragung und hält den Kontakt zur Krankenversicherung.

Kurz und gut, was für ein spannendes Leben! Wir werden uns der Entwicklung immer wieder neu stellen müssen. Die Zeiten rasen, wir rasen mit.

👎 *Während ich diesen Artikel schrieb, fiel plötzlich der Strom aus. Nichts ging mehr. Mein Entwurf war verschwunden, der Bildschirm schwarz. Was war das? Eine grünrotpolitische Notstandsübung als Vorgeschmack auf knappe Energiezeiten? NEIN! Ein Stromkabel wurde in der Umgebung bei Straßenbauarbeiten beschädigt. Das digitale Leben kann weitergehen. Allerdings nur, wenn die existentielle Energie zur Verfügung steht.

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🍋 Frühlingsküche 🍋

Rucola-Kresse-Pesto

➥ Dazu mischt man im Stabmixer zwei Handvoll Rucola mit einem Kästchen Kresse, zwei Knoblauchzehen, ca. sechs Walnußhälften Salz, Pfeffer und Olivenöl. Letzteres soviel, daß ein streichfähiges Pesto entsteht. Die Menge der Zutaten kann ganz nach Geschmack variiert werden.

Paßt gut zu gegrilltem Gemüse, Toastbrot, Backkartoffeln, Risotto, gekochten Eiern, gegrilltem Fleisch, Fisch und Huhn und natürlich Spaghetti mit frischen Tomaten, schwarzem Pfeffer und Parmesan.

Linguine mit gebratenem grünen Spargel, Erbsen und Cherry-Tomaten

➥ Linguine wie üblich al dente kochen. Abgießen, auf Tellern anrichten.

Während die Pasta kocht: grünen Spargel schälen, in Stücke schneiden, in Olivenöl anbraten und mit etwas Weißwein und Sahne abschmecken, mit Salz und Peffer würzen. Tiefkühlerbsen und halbierte Cherry-Tomaten kurz vor dem Servieren dazugeben.

Sauce über die Pasta geben, Parmesan und frische Petersilie dazu reichen.

Bunter Salat

➥ Dazu gehören zum Beispiel: Paprika und (Frühlings)Zwiebel in feinen Streifen, frische Gartenkräuter, verschiedene grüne Salate, Chicorée, eingelegte rote oder weiße Bohnen, Mais oder Kichererbsen, Salatgurken-, Möhren-  und Tomatenscheiben, gekochtes Gemüse wie gebratene Spargelspitzen, Prinzeßbohnen, Brokkoli …

Mit Haselnuß-, Walnuß- und/ oder Olivenöl, weißem oder rotem Balsamico mischen. Darüber noch ein Schuß Kürbiskernöl und geröstete Kürbiskerne oder Walnüsse.

Gurkensuppe

➥ In Butter anschwitzen: 1 Salatgurke, eine Handvoll Rucola, geriebenen Ingwer, Knoblauch, 4 gekochte Kartoffeln. In Gemüse- und/oder Hühnerbouillon und saurer Sahne einige Minuten dämpfen. Mit dem Stabmixer pürieren. Abschmecken  mit Pfeffer und Salz. Sehr heiß servieren, mit geschnittenem Rucola bestreuen. (Ersatzweise frische Petersilie oder Schnittlauch).

Gemüse al forno

➥ Gemüse nach Wahl in Stücke schneiden: Paprika, Zucchini, Brokkoli, Blumenkohl, Kartoffeln, Aubergine … In einer Schüssel mit Olivenöl, Salz und italienischen Kräutern vermengen. Im vorgeheizten Backofen (220 Grad) bei etwa 190 bis 200 Grad Umluft auf der mittleren Schiene backen.

Dazu Aïoli:  Olivenöl und Knoblauch mit dem Stabmixer aufziehen, während des Aufschäumens vorsichtig Milch dazugeben, bis eine cremige Emulsion entsteht.

Spaghetti in roter Oliven- und Anchovis-Sauce mit Paprika

➥ Wir nehmen in Öl eingelegte, entsteinte Taggiasche-Oliven, Knoblauch aus der Presse, Dosentomaten San Marzano vom Vesuv (kleingeschnitten mit Saft), Anchovis (geschnitten), schwarze Oliven (ohne Stein, halbiert), gelbe Paprika in kleinen Würfeln, Pfeffer, italienische Kräuter; mit Weißwein abschmecken, einkochen.

Dazu passen gut Barilla-Spaghetti No. 5. Sauce und Pasta gut vermengen, reichlich Parmesan oder Grana Padano, gehackte Petersilie.

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Peter Mathis, Alfons J. Kopf: LEIDENSCHAFT VORARLBERG (A Passion for Vorarlberg)

FenkART Publishing 2014.

Sei es die Fraxerner Kirschernte im Rheintal (unter Verwendung von bis zu 14 m hohen, selbstgebauten Holzleitern), der Alptag in Schwarzenberg (ein Dorffest, zu dem von weither angereist wird), seien es Tiefschnee-Erlebnisse bei der Abfahrt von der Rüfispitze (bei St. Anton) oder Genußwanderungen im Mündungsgebiet des Alten Rhein - Peter Mathis’ Fotos machen einen Riesenspaß. Zusammen mit den informativen Texten von Alfons J. Kopf sorgt dieser spannende Bildband für eines: die kommenden Reise- oder/ und Routenplanung führt ins Vorarlberg, dieses ganz besondere Stück Österreich. Die Leidenschaft packt einen dann von ganz allein!

Nachsatz: Die Texte sind auch auf Englisch.

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Schöne Bilder aus Immenstaad und der Regio ➼ ➼

Orchideen 2022 🔹neu



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